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Nutzen statt Abregeln: WINDNODE-Flexibilitätsplattform startet Testbetrieb

Nach rund zweijähriger Entwicklungsarbeit testet das Schaufenster WINDNODE ab sofort eine neue Flexibilitätsplattform. Von ihr sollen Netzbetreiber, Erzeuger, Händler, Verbraucher und Speicheranbieter profitieren.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien und damit ein schnell wachsender Anteil schwankender Strommengen in der Erzeugung stellt die Akteure der Energiewende vor erhebliche Herausforderungen. Stromnetze sicher zu betreiben, optimal auszulasten und gleichzeitig den oftmals wetterabhängig erzeugten erneuerbaren Strom möglichst weitgehend zu nutzen - statt Anlagen abzuregeln - ist eine davon. Allein im Jahre 2017 wurden in den ostdeutschen Flächenländern, Berlin und Hamburg aus Netzstabilitätsgründen erneuerbare Stromerzeugungsanlagen im Umfang von 641 Gigawattstunden abgeregelt – mit dieser Energiemenge hätte man, rein rechnerisch, die Stadt Berlin für zwei Wochen komplett mit Strom versorgen oder den Strombedarf der Berliner U-Bahn für rund zwei Jahre decken können. „Nutzen statt abregeln“, daran arbeiten seit zwei Jahren über 70 Partner aus ganz Ostdeutschland im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt „WindNODE – Das Schaufenster für intelligente Energie aus dem Nordosten Deutschlands“ zusammen.

Ein zentraler WindNODE-Baustein – die Flexibilitätsplattform – ist am 20. November 2018 nach fast zweijähriger Entwicklungsarbeit in den Testbetrieb gestartet. Von ihr sollen Netzbetreiber, Erzeuger, Händler, Verbraucher und Speicheranbieter gleichermaßen profitieren. Anbieter zum Beispiel werden eine Vergütung für bislang ungenutzte Flexibilität bei Stromverbrauch oder –erzeugung vom Netzbetreiber erhalten. Der Stromkunde wiederum profitiert, weil die Vergütung, die der Anbieter erhält, in der Summe günstiger sein wird als die heute fällige Entschädigung beim Abregeln von Erneuerbare-Energie-Anlagen, die der Netzbetreiber zu zahlen hat. Dies wirkt sich preisdämpfend auf die Netzentgelte aus, wovon Verbraucher profitieren. Zudem wird insgesamt mehr Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt und somit ein Beitrag zur CO2-Reduktion geleistet.

Für die beteiligten Netzbetreiber 50Hertz, Stromnetz Berlin, Wemag, ENSO NETZ und e.dis schafft die neue Plattform eine digitale Lösung, um die Effizienz der netzstabilisierenden Maßnahmen (sogenannte Engpassbewirtschaftung) in ihren Netzen deutlich zu steigern. Sie fördert zudem die notwendige und koordinierte Zusammenarbeit zwischen den Netzbetreibern im Interesse einer sicheren Stromversorgung.

Anbieter flexibler Erzeugung oder Abnahme von Strom können sich auf der Plattform registrieren. Sobald sie hier präqualifiziert sind, können sie Angebote mit einem jeweiligen regionalen Bezug abgeben. Hierbei sind sowohl Folgetagsangebote („day-ahead“) wie auch Angebote für den gleichen Tag („intra-day“) möglich. Die Netzbetreiber können die jeweils kostengünstigsten regional passenden Gebote annehmen, wenn sie die „Fahrpläne“ (also Einspeisungs- und Nachfragepläne von Stromerzeugern und -nutzern) für ihr Netzgebiet erstellen und dabei entstehende Engpässe im Stromnetz sichtbar werden. Verteilungsnetzbetreiber und der Übertragungsnetzbetreiber stimmen sich dabei ab. Es soll so gelingen, Dynamiken bei der Lastverteilung von erneuerbaren, insbesondere wetterabhängig volatilen Erzeugungsmengen zu managen und optimal in das System zu integrieren.

Mehr Informationen finden Sie auf der WINDNODE-Website.