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Projekt Grid4Mobility: Netzengpässe in Verteilnetzen mithilfe der Blockchain intelligent lösen

Fachleute erproben abgestimmtes Ladeverhalten im Niederspannungsbereich

Die Verkehrswende ist das neue große Thema insbesondere hinsichtlich des Engpassmanagements in Elektrizitätsverteilnetzen. Wie kann der Gleichzeitigkeit im Ladeverhalten begegnet werden?
 Im Rahmen von enera erprobt EWE mit weiteren Partnern einen Blockchain-basierten Ansatz – Grid4Mobility – als Kompromiss zwischen Netzdienlichkeit und reinen Marktlösungen.

Bei Grid4Mobility handelt es sich um ein kooperatives und orchestriertes Ladeverhalten im Niederspannungsbereich. Im Hintergrund verhandeln Software-Agenten dezentral über die richtige Ladestrategie. Grundlage hierfür sind Fahrpläne und Prognosen für erwartete Netzengpässe. Die Agenten verhandeln hierbei so lange, bis kein Engpass mehr auftritt und berücksichtigen in Ihrer Verhandlung das zu erwartende Ladeverhalten so wie die Bereitschaft das Ladeverhalten anzupassen um einen Engpass zu vermeiden. Wer sich bereit zeigt das Laden seines E-Autos flexibel anzupassen um ein Netzproblem zu vermeiden, erhält hierfür eine Belohnung – den ENERCOIN. Reicht die Bereitschaft zum flexiblen Laden einmal doch nicht aus um einen Engpass zu vermeiden und der Netzbetreiber muss drosselnd eingreifen, so kann ein höheres ENERCOIN-Konto die Stromdrosselung durch den Netzbetreiber vermeiden...Wer sich häufig kooperativ zeigt wird belohnt.

Aber nicht nur Ladevorgänge spielen bei Grid4Mobility eine Rolle, sondern auch andere große Haushaltsverbraucher sollen perspektivisch über sogenannte Energiemanagementsysteme für die Bereitstellung von Flexibilitäten herangezogen werden können. Eine große Herausforderung hierbei ist die Entwicklung von realistischen Prognosen (sogenannten Fahrplänen) für den erwarteten Energiebedarf im Haus.

Blockchain als Lösungsvariante

Der kooperative Ansatz von Grid4Mobility spiegelt sich auch in der Nutzung eines transparenten Blockchain-Ansatzes auf Ethereum-Basis wieder. Wichtige Informationen wie Fahrpläne und Verhandlungsergebnisse der Agenten werden in der Blockchain persistiert. In Smart Contracts wird der Wert von Flexibilität zum jeweiligen Zeitpunkt durch den Netzbetreiber festgelegt und bei Einhaltung der Lastverschiebung aus den Verhandlungen automatisch dem Bereitsteller der Flexibilität gutgeschrieben. Während in Deutschland zukünftig Smart Meter Gateways als sichere Datenquelle gelten und auch eine zentrale Variante von Grid4Mobility ohne Blockchain denkbar ist, sind transparente und fälschungssichere Lösungen im internationalen Kontext ein wichtiger Beitrag für die Akzeptanz einer intelligenten Netzengpassvermeidung.

Ausführliche Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Quelle: enera