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Route der Energie: Neue Haltestelle in der Energiewabe InnovationCity Ruhr in Bottrop eröffnet

Wie Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen das Stromnetz stabilisieren können

Warum ist die Energiewende eine Herausforderung für das Stromnetz? Wie wird das Stromnetz fit für die Zukunft gemacht? Antworten auf diese Fragen finden Interessierte ab sofort an der neuen DESIGNETZ-Stele am Eingang zum Zentrum für Information und Beratung (ZIB) gegenüber des Bottroper Hauptbahnhofs.

Die neue Stele ist eine von insgesamt 16 geplanten oder bereits aufgestellten Haltestellen entlang der „Route der Energie“, die durch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland führt.

Mit Hilfe der interaktiven Stelen will Designetz-Konsortialführer innogy gemeinsam mit den 46 Projektpartnern die Bausteine für eine Energiewende erlebbar machen und die Nutzer der Designetz-App über die Ziele des Schaufensters informieren. Bottrop trägt mit der Energiewabe InnovationCity zum Energiesystem von morgen bei: Einige stromproduzierende Heizungen (Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen) aus dem Forschungsprojekt „100 Mikro-KWK-Anlagen“ sollen dabei helfen, das Verteilnetz auf unterster Ebene zu stabilisieren.

Gemeinsam nahmen Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop, Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH (ICM), Maren Wenzel vom Gas- und Wärme-Institut Essen, Lothar Ahle von Westnetz und Dr. Bernd-Josef Brunsbach von Emscher Lippe Energie die Stele nun in Betrieb.

Oberbürgermeister Bernd Tischler zeigte sich erfreut, dass die InnovationCity Ruhr-Modellstadt Bottrop ab sofort ein real ansteuerbarer Punkt bei Designetz ist: „Das Projekt Designetz passt hervorragend in unsere Klimastadt. Mit der Eröffnung der Stele zeigen wir, dass wir 2010 einen nachhaltigen Prozess in dieser Stadt angestoßen haben, der auch Jahre später noch wichtige Entwicklungen vorantreibt. Mein Dank gilt den Projektpartnern für ihre innovativen Ideen und ihre Beharrlichkeit in der Umsetzung. Es zeichnet unsere Laborstadt Bottrop aus, dass wir selbst kniffeligste Herausforderungen angehen und Lösungen für die Zukunft finden.“

Blaupause für das Energiesystem der Zukunft

Lothar Ahle, Projektleiter bei Designetz, erklärte den Teilnehmern bei der Inbetriebnahme der Stele das Energiewende-Projekt: „Unser Ziel ist es, mit Designetz eine Blaupause für das Energiesystem der Zukunft zu entwickeln. Wir wollen mit 46 Partnern in 30 Demonstrationsprojekten die Rahmenbedingungen erforschen, wie ein dezentrales Energiesystem mit einem sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien umgesetzt werden kann und gleichzeitig der Netzausbau reduziert wird. Mit Designetz denken wir die Energiewende vom Ziel her und demonstrieren, dass ein dezentral organisiertes Energie-Gesamtsystem funktioniert. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für eine klimafreundliche und kosteneffiziente Energieversorgung von morgen. Die Energiewabe InnovationCity ist dabei ein wichtiger Baustein und wesentlicher Bestandteil.“

ICM-Geschäftsführer Burkhard Drescher treibt den klimagerechten Stadtumbau in Bottrop und vielen weiteren Kommunen in Deutschland voran. Er ist überzeugt, dass in Zukunft immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden wird. „Bei einer Analyse von 20 Stadtquartieren im Ruhrgebiet haben wir herausgefunden, dass diese Quartiere ihren Strombedarf mit der Nutzung von Sonnenenergie untereinander komplett abdecken und die gleiche Strommenge sogar noch abgeben könnten. Das Potenzial ist vorhanden – wenn wir es jetzt noch schaffen, intelligente Stromverteilsysteme zu entwickeln, sind wir einen großen Schritt weiter. Ich freue mich, dass die erste InnovationCity Deutschlands mit ihren häuslichen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an diesem Forschungsvorhaben beteiligt ist.“

Häusliche Mikro-KWK-Anlagen stabilisieren das lokale Stromnetz

Wie die Bottroper KWK-Anlagen in das Energiewende-Projekt eingebunden sind, erläuterte Prof. Dr. Klaus Görner vom Gas- und Wärme-Institut Essen (GWI): „In der Energiewabe InnovationCity werden drei der 100 Mikro-KWK-Anlagen in Bottrop sowie eine weitere Anlage beim GWI in Essen zur Stabilisierung des Verteilnetzes herangezogen. Dazu werden sie demnächst mit modernen Kommunikationssystemen ausgestattet, sodass sie ferngesteuert betrieben werden können. Wird zusätzlicher Strom benötigt, werden die KWK-Anlagen aktiviert und lokale Schwankungen im Stromverteilsystem damit ausgeglichen.“

Die vier KWK-Anlagen müssen zukünftig nicht nur dann Strom produzieren, wenn die Privathaushalte ihn brauchen, sondern auch wenn zusätzlicher Strom im Verteilnetz benötigt wird. Intelligente Messsysteme in der Ortsnetzstation überwachen den Zustand des Verteilnetzes. Wird ein erhöhter Strombedarf an das System Cockpit – eine übergeordnete Instanz, bei der viele Daten zusammenlaufen – gemeldet, können die KWK-Anlagen per Fernsteuerung eingeschaltet und aktiviert werden, sodass sie Strom für das lokale Netz produzieren. Maren Wenzel vom GWI sagte: „Wir wollen in der Energiewabe InnovationCity prüfen, wie flexibel häusliche Mikro-KWK-Anlagen betrieben werden können. Zum einen sollen die Anlagen das Stromnetz auf der untersten Ebene bei Bedarf stützen, zum anderen sollen die Haushalte nicht in ihrem Verbrauchsverhalten eingeschränkt werden.“

Dr. Bernd-Josef Brunsbach, Geschäftsführer der Emscher Lippe Energie (ELE), lobte die Idee hinter Designetz: „Wir sind nicht nur selbst in vielerlei Hinsicht Richtung Energiewende unterwegs, sondern wir investieren auch viel Zeit und Geld in Themen und Projekte, um unseren Kunden den Weg zu ebnen, aktiv an der Energiewende teilzuhaben. Viele wollen heutzutage nicht nur zuschauen und darauf warten, dass etwas passiert, sondern selbst an der Energiewende mitwirken. Deshalb sind wir sehr gerne bei solchen Projekten dabei, die schon ein wenig weiter schauen. Das macht uns und die Emscher-Lippe-Region in Energiefragen fit für die Zukunft.“

Die mit der Stele verbundene App steht im App-Store kostenlos zum Download zur Verfügung. Und so funktioniert sie: Die App öffnen und mit dem Smartphone über die Grafik auf der Säule bewegen. Dabei entsteht eine faszinierende, dreidimensionale Welt. Wer die App auch zu Hause nutzen möchte, kann das erforderliche „Spielfeld“ auf www.designetz.de herunterladen.

Quelle: Designetz



Katharina Maaßen

innogy SE
Projektkommunikation