Werkzeuge der Digitalisierung

In den intelligenten Energienetzen der Zukunft steuern digitale Technologien wie zum Beispiel digitale Marktplattformen, intelligente Messsysteme oder intelligente Transformatoren das Zusammenspiel von Erzeugungsanlagen, Netzen, Verbrauchern und Speichern. Engmaschig verteilte Sensoren erfassen den Zustand der Energieinfrastruktur. Diese Informationen werden über Datenplattformen zwischen den verschiedenen Bereichen des Energiesystems ausgetauscht. Auf diese Weise können Anlagen und Netze automatisch so gesteuert werden, dass die Energie immer dann fließt, wenn sie gerade gebraucht wird.

Mit den Daten können außerdem die Prognosen von Stromerzeugung und
-verbrauch verbessert werden, sodass die einzelnen Komponenten des Energiesystems optimal zusammenarbeiten. Der Strom kann flexibel auf viele Arten genutzt werden, vom Aufladen eines Elektroautos bis hin zur Dampferzeugung in der Industrie. Virtuelle Kraftwerke bündeln verschiedene Erzeugungsanlagen und Speicher, um flexibler auf Veränderungen reagieren zu können. Automatisierte Handelsplattformen sorgen dafür, die Kosten für die Abstimmung von Energieerzeugung und -verbrauch gering zu halten.

SINTEG verhilft Digitalisierung der Energiewende zum Erfolg

Das BMWi-Förderprogramm SINTEG soll die Digitalisierung der Energiewirtschaft voranbringen und damit die Energiewende unterstützen. In fünf über Deutschland verteilten Modellregionen wird in der Praxis getestet, wie die intelligente Energieversorgung von morgen aussehen und damit ein intelligentes Energiesystem geschaffen werden kann. Dabei werden neue Technologien, Verfahren und Geschäftsmodelle entwickelt und erprobt sowie Lösungen für technische, wirtschaftliche und regulatorische Herausforderungen der Digitalisierung des Energiebereichs erarbeitet. So werden in den Modellregionen Blaupausen für die Digitalisierung der Energiewirtschaft entwickelt, die dann vielfach in Deutschland und der ganzen Welt angewendet werden können.

In den SINTEG-Schaufenstern werden beispielsweise digitale Marktplattformen für den effizienten Handel von Energie- und Flexibilitätsdienstleistungen geschaffen (u.a. auf Blockchain-Basis und cloud-basiert). Damit kann die Flexibilität vieler Anlagen – neben großen Erzeugungsanlagen wie Windparks auch kleine Anlagen wie Batteriespeicher in Privathaushalten – gebündelt und genutzt werden. Als ersten Anwendungsfall in SINTEG werden die Netzbetreiber diese Flexibilitäten für die Optimierung des Netzbetriebs bei Netzengpässen nutzen. Das kann einen Beitrag zur Kosteneffizienz leisten und stabilisiert das Stromnetz.

Die SINTEG-Schaufenster entwickeln und testen auch neue digitale Geschäftsmodellen, die aus der Zusammenführung, der Verarbeitung und der Auswertung energiebezogener Daten entstehen. An den Schaufenstern arbeiten hierzu auch Startup-Unternehmen aus der Digitalisierung mit. Außerdem werden Normen und Standards weiterentwickelt, dass sie auch auf neue Technologien und veränderte Prozessabläufe im intelligenten Energiesystem angewendet werden können. Es wird auch eine moderne Informations- und Kommunikationsinfrastruktur aufgebaut, u.a. durch das Ausbringen von über 40.000 intelligenter Messsysteme und die Netze werden mit weiterer Sensorik für eine verbesserte Netzzustandserfassung. In Kombination mit der SINTEG-Verordnung wird SINTEG so zu einem Reallabor für die Digitalisierung der Energiewende.