Einfluss auf das Stromnetz der Zukunft

Im Stromnetz des 20. Jahrhunderts mussten lediglich einzelne kritische Elemente standardisiert werden, durch die Qualität und Passgenauigkeit von Bauteilen garantiert wurden. Um das hochtechnisierte und digitalisierte Stromnetz von morgen zu sichern, müssen Normen und Standards weiterentwickelt oder neu gefunden werden. In diesem Prozess sind auch neue Produkte und Geschäftsmodelle zu berücksichtigen.

Noch werden Normen überwiegend innerhalb einzelner Technologiesparten wie zum Beispiel Photovoltaik, Windenergie oder Netzbetriebsmittel entwickelt. Eine Herausforderung liegt darin, unterschiedlichen Akteure des Energiemarktes so zusammenzubringen, dass übergreifende Standards und Richtlinien entwickelt werden können. Nur so wird sich das intelligente Stromnetz (Smart Grid) der Zukunft umsetzen lassen.

Der Beitrag des SINTEG-Programms

Das BMWi-Förderprogramm SINTEG trägt in mehrfacher Hinsicht dazu bei, intelligente Energie zu standardisieren:

  • Expertise: Die fünf angeschlossenen Schaufenster bringen verschiedenste Marktperspektiven und Technologien in das Programm ein. Dies spricht dafür, dass die Ergebnisse belastbare Grundlagen liefern, um die Normen und Standards an die Anforderungen des Smart Grid anzupassen.
  • Beteiligung: Im Rahmen von SINTEG ist eine große Zahl an wesentlichen Akteuren tätig. Damit alle Akteure, auch über SINTEG hinaus, am gleichen Strang ziehen können, wirken die SINTEG-Partner in relevanten Standardisierungs- und Normungsgremien mit und tauschen sich regelmäßig mit den jeweiligen Interessensgruppen aus.
  • Validierung: Schon während der Erarbeitung von Standards und Normen werden diese in den SINTEG-Projekten erprobt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen zurück in die Gremien und helfen bei der Verbesserung der Ergebnisse.  
  • Verbreitung: Nicht zuletzt tragen die SINTEG-Projekte zur Etablierung aktueller Standards bei, indem sie sie in ihrem eigenen Bereich selbst anwenden und Personal auf die Anwendung schulen.

Auf diese Weise fördert das SINTEG Programm die Erstellung, die Verbesserung und die Etablierung von Standards und Normen. Ein Beispiel dafür ist die Anwendung des Smart Grid Architecture Model (SGAM) und dessen Integration in Unternehmensprozesse. SGAM ist ein Modell zur strukturierten Beschreibung intelligenter Energiesysteme. Es wird eingesetzt, um die Funktionsebenen (Komponenten, Kommunikation, Geschäftsmodelle etc.), die Akteure (Netzbetreiber, Erzeuger, Kunden etc.) und die Handlungsfelder (Prozess, Betrieb, Markt etc.) strukturiert darzustellen. Damit lässt sich das intelligente Energiesystem auf einfache Weise abbilden. Zudem wird die Methodik zur Beschreibung von Anwendungsfällen („Use-Case“-Methodik) aus der Norm IEC 62559, die zur Beschreibung von Prozessabläufen im intelligenten Energiesystem verwendet wird, weiterentwickelt.

Im diesem Bereich kooperieren die SINTEG-Projekte mit Normungs-/ Standardisierungsorganisationen, wie der deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE), dem Forum Netztechnik/Netzbetrieb (FNN), dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Physikalisch-Technische Bundesanstalt oder dem deutschen Institut für Normung (DIN).