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Industriebetriebe, Speicher und Verbraucher: NEW 4.0 führt erfolgreichen Feldtest durch

Wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Energiesystem der Zukunft

Mit einem großen Feldtest hat das Schaufenster NEW 4.0 Ende November einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Erstmals wurden verschiedene Einzellösungen zeitgleich unter Realbedingungen erprobt.

Wie das Netz auch bei hohen Anteilen erneuerbarem Strom stabil gehalten werden kann, wird im Projekt NEW 4.0 anhand sechs konkreter Use Cases – Anwendungsfällen für das Energiesystem der Zukunft – untersucht. „Die sechs Use Cases erproben, von welchen Komponenten und Akteuren die Systemaufgaben konventioneller Kraftwerke in einem zukunftsfähigen, klimaschonenden Energiesystem übernommen werden können“, erläutert Prof. Dr. Werner Beba, NEW 4.0-Projektkoor­dinator und Leiter des Competence Centers für Erneuerbare Energien (CC4E) der HAW Hamburg.

So wurden im Rahmen des Projekts beispielsweise Vorschläge erarbeitet, wie Erneuerbare-Energie-Anlagen, industrielle Großverbraucher und Speichertechnologien Systemdienstleistungen wie Regelenergie, Blindleistung und Momentanreserve bereitstellen können. Auch wurde eine Netzampel entwickelt, die Engpässe im Stromnetz prognostizieren kann. Sie diente als Ausgangspunkt für die Flexibilitätsplattform ENKO, die die Angebote lokaler Verbraucher mit den Bedarfen der Netzbetreiber zusammenbringt, um die Netze zu entlasten. Mithilfe der EnergiePlattform auf Blockchain-Basis wurde zudem die Möglichkeit eines schnellen regionalen Intradayhandels geschaffen, bei dem dezentrale Flexibilitäten genutzt und eine regionale Stärkung erzielt werden.

15 Projektpartner testen ihre Anlagen simultan – Projektleiter Beba zeigt sich zufrieden

Ihre Funktionsfähigkeit haben die in NEW 4.0 entwickelten Ansätze in den vergangenen Wochen und Monaten bereits unter Beweis gestellt. Herausfordernder war die Frage, ob sie auch im Zusammenspiel ihre Rolle erfüllen und das Stromnetz stabil halten können. Um dies zu erproben, wurden die erarbeiteten Lösungen nun in einem gemeinsamen Feldtest unter Realbedingungen getestet.

An dem mehrtägigen Feldtest, der Ende November durchgeführt wurde, nahmen 15 NEW-4.0-Partner teil und betrieben ihre Lösungen und Anlagen simultan, um die Auswirkungen auf das Gesamtsystem zu betrachten. Ein besonderer Fokus lag auf den NEW-4.0-Demonstratoren: innovative Technologien, die in den vergangenen Monaten in Betrieb genommen wurden und nun erstmals Zusammenspiel agieren sollten – vom Industriebetrieb über den Batteriespeicher bis zum flexiblen Endverbraucher.

„Der erste Feldtest war ein voller Erfolg, um Erkenntnisse über das Zusammenwirken der verschiedenen Bausteine zu generieren, sodass wir unserem Ziel einer regenerativen Vollversorgung für den Norden deutlich näherkommen. Wir nutzen die kommenden Wochen, um die Ergebnisse im NEW 4.0-Konsortium gemeinsam auszuwerten“, so Beba. Eine weitere Feldtestphase soll im ersten Quartal 2020 folgen. Durch die Mehrfach-Erprobung sollen möglichst präzise Erkenntnisse für die Ausgestaltung des zukünftigen Energiesystems gewonnen werden.

Mehr über die einzelnen Use Cases und ihre Zielsetzungen können Interessierte auf der NEW-4.0-Website nachlesen.

Quelle: NEW 4.0

Deike Haase

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Öffentlichkeitsarbeit & Akzeptanzförderung NEW 4.0