Interview

Herr Dr. Reuter, bitte beschreiben Sie das Hauptforschungsthema in Ihrem Schaufenster.

Dr. Reuter: C/sells ist als partizipatives Projekt konzipiert und demonstriert unabhängig und an keinerlei Interessen gebunden volkswirtschaftlich sinnvolle und gesellschaftlich akzeptierte Lösungen für die Energiewende. Partizipative Energieinfrastrukturen sind nach unseren Erkenntnissen ein geeigneter Ansatz, um die angestrebte, nahezu vollständige Marktdurchdringung erneuerbarer Energien zu beherrschen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger sowie der Industrie zu ermöglichen. Die mehr als 300 engagierten Expertinnen und Experten der C/sells-Community haben ein interdisziplinäres Netzwerk für fachkompetente und systemische Innovation geschaffen, das zuvor undenkbare Innovationsansätze ermöglicht.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben als Gesamtprojektleiter?

Als Gesamtprojektleiter verstehe ich mich als Primus inter Pares, der Türen für neues Denken öffnet, den C/sells-Expertinnen und -Experten Chancen bietet, Initiativen für zelluläre Ansätze auf den Weg bringt, der Politik und Industrie die Projektergebnisse vermittelt und energiewirtschaftliche Entscheidungen vorbereitet.

Gibt es bereits erste wichtige Meilensteine oder Erfolge, die Sie erreicht haben?

Wir haben eine dauerhafte C/sells-Innovationscommunity geschaffen, die sich sowohl interdisziplinär als auch über Firmen- und Landesgrenzen hinweg mit Freude an der Gestaltung der Energiewende engagiert.

Was begeistert Sie an Ihrem Job?

Dass wir Veränderungen greifbar machen und aktiv daran teilhaben können und lassen.

Gibt es ein Ereignis in Ihrem Leben, das Ihren beruflichen Weg oder Ihr Engagement für den Klimaschutz stark beeinflusst hat?

In der ersten Periode meiner Berufskarriere habe ich in der Entwicklungszusammenarbeit mein Geld verdient. Diese Eindrücke prägen mich ein Leben lang. Heute versuche ich die Methoden, die ich damals gelernt habe, auf die Entwicklung der Energiewende anzuwenden – es ist viel schwieriger!

Wie sieht ihr Alltag aus: Was machen Sie als Erstes, wenn Sie ins Büro kommen? Was als Letztes?

Ich arbeite agil. Immer, überall und zu oft jederzeit.

Was wollen Sie am Ende unbedingt erreicht haben?

Dass die Umgestaltung unserer Energieinfrastruktur sich nicht auf einen Technikwandel beschränkt, sondern unser Gesellschaftsleben und Wirtschaften nachhaltig beeinflusst.

Was ist aus Ihrer Sicht das Wichtigste, damit die Energiewende zum Erfolg wird?

Partizipation ist der Schlüssel zur Energiewende und das funktioniert in meinen Augen am besten mit dem zellulären Ansatz.

Was macht SINTEG für Sie aus? Und wie hat SINTEG Ihnen auf Ihrem Weg geholfen?

SINTEG hat uns die Möglichkeiten gegeben, dies zu entwickeln und zu erproben.

Was wollen Sie beruflich mit Unterstützung der SINTEG-Förderung erreichen?

Die zelluläre Idee soll weiterleben und viele, vielfältige Karrieren befördern.