Für Judith Groos und das Projektteam ist das Energy Gateway als Informations- und Kommunikationsinfrastruktur ein interessantes Forschungsprojekt im Rahmen der Digitalisierung der Energiewende.

Der Reiz an dieser Aufgabe liegt im Besonderen darin, in der sich digitalisierenden Energiewirtschaft ein Beispiel für eine Infrastruktur zu entwickeln, die den Datenaustausch zwischen allen beteiligten Akteuren jederzeit transparent und unter Einhaltung hoher Sicherheitsanforderungen gewährleistet. Zu diesen Akteuren gehören nicht nur die Stromerzeuger und -verbraucher, sondern auch Netzbetreiber und „Prosumer“ (verbrauchen und erzeugen gleichzeitig Strom selbst).

Im Energiesystem der Zukunft kommt der digitalen Kommunikation noch mehr Bedeutung zu, um zu jeder Zeit die Netze, die Energieerzeugung und den Verbrauch sicher berechnen, prognostizieren und damit system-, netz-, und marktdienlich managen zu können. Eine Voraussetzung hierfür ist ein widerstandsfähiges, schnelles, sicheres und hoch verfügbares System zum Austausch von Daten.

Mit dem Energy Gateway als zentrale Datendrehscheibe glaubt das Team, eine Blaupause für ein skalierfähiges System entwickelt zu haben, das dieser Vielzahl von Anforderungen gerecht wird und dazu beiträgt, Energie möglichst dort zu Verfügung zu stellen, wo diese verbraucht wird.

Ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung ist bereits dadurch gelungen, indem die Expertinnen und Experten einen gesicherten Datenaustausch zwischen Informations- und Kommunikationstechnik-Infrastrukturen (IKT) mit unterschiedlichen Sicherheitsniveaus realisieren konnten.  

Eine Herausforderung für die Umsetzung des Energy Gateways ist aus Sicht des Projektteams die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams aus einem Kreis von mehr als 40 Partnerunternehmen. Hier haben sich nachhaltig Methoden des agilen und lösungsorientierten Projektmanagements bewährt. Die Partner lernen viel voneinander und etablieren interdisziplinäre Arbeitsweisen nach dem Prinzip „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“

Der Umbruch in der Energiewelt mit dem Ziel einer umweltfreundlicheren Zukunft braucht eine Neuausrichtung des Energiesystems, weg von großen fossilen Kraftwerken, hin zu dezentralen kleineren klimaneutralen Einheiten. Digitale Innovationen, wie das Energy Gateway, leisten einen großen Beitrag zur Umsetzung dieser Neuausrichtung. Die SINTEG-Förderung ist für Frau Groos dabei ein Katalysator, um eine Blaupause für die Energiewelt von morgen zu entwickeln.