Interview

Herr Meyer, bitte beschreiben Sie das Projekt, an dem Sie arbeiten.

Meyer: Im Teilprojekt NEW 4.0 arbeite ich daran, Bürgerinnen und Bürger an der Energiewende teilnehmen zu lassen und erforsche die Möglichkeiten Strom zu verbrauchen, wann wir es wollen. Wir haben in einigen Haushalten bei Kunden spezielle Steckdosen eingebaut, die sich automatisch dann einschalten, wenn der Strom gerade besonders günstig ist, weil viel Wind weht. Der Kunde bekommt parallel dazu eine Push-Nachricht aufs Handy und wird damit belohnt, dass der Verbrauch in der Zeit nur 5 Cent/KWh kostet. So sparen unsere Kunden durchschnittlich sechs bis zwölf Euro im Monat.

Was ist das Besondere an Ihrem Projekt und wie ist die Idee dazu entstanden?

Die Idee kam von unserem Geschäftsführer Theo Weirich, der die Idee schon vor 15 Jahren hatte. Da diese Idee technologischen Vorsprung braucht, haben wir schon alle Haushalte vernetzt und mit Glasfaser bestückt. Die Installation von Smart Metern war der nächste mögliche und nötige Schritt.

Wie sieht ihr Alltag aus: Was machen Sie als Erstes, wenn Sie ins Büro kommen? Was als Letztes?

E-Mails lesen. Nein, im Ernst: Viel lesen, diskutieren, Entwickler kontaktieren, Lösungen besprechen und bauen lassen sowie auswerten.

An welchen Stellen in Ihrem beruflichen Alltag stehen Sie häufig vor Herausforderungen – und welche Lösungen müssen Sie finden?

Im Projekt stehe ich jeden Tag vor Herausforderungen. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir die Wünsche von Kunden analysieren, diskutieren und deren Umsetzung katalogisieren.

Was begeistert Sie an Ihrem Job?

Ich finde es toll, frei zu denken, keine Grenzen zu haben. Ich darf „spinnen“ und austesten.

Wer inspiriert Sie? Und warum?

Mein größtes Vorbild ist Steve Jobs. Er hat sich nie damit zufriedengegeben, was es gab. Es sah die Welt von Übermorgen in Gedanken. Eine Gabe, die nur wenige Menschen haben.

Gibt es ein Ereignis in Ihrem Leben, das Ihren beruflichen Weg oder Ihr Engagement für den Klimaschutz stark beeinflusst hat?

Greta Thunberg und die Fridays-For-Future-Aktivisten sowie die Berichterstattung der Medien haben mit Sicherheit dazu beigetragen. Aber auch verdreckte Wälder, Seen und Flüsse, die mir in Urlauben begegnet sind.

Gibt es bereits erste wichtige Meilensteine oder Erfolge, die Sie erreicht haben?

Ja, es gibt tolle Erkenntnisse, was für elektronische Geräte Kunden alles anschließen, zum Beispiel Spül- und Waschmaschinen, aber auch Entfeuchter oder Wasserbetten. Wir sehen auch, wie Kunden kreativ werden, um noch besser mitmachen zu können. Daran merken wir, dass Bürgerinnen und Bürger bereit sind, den Weg der Energiewende mitzugehen.

Was wollen Sie am Ende unbedingt erreicht haben?

Wir möchten zeigen, dass es geht, Flexibilität zu verschieben und was man dazu benötigt. Im Projekt verschieben wir pro Kunde im Monat ganze 21 Kilowattstunden. Das sind 25 Prozent des Strombedarfs der Haushalte – also ein großes Potenzial.

Welchen wichtigen Beitrag leistet Ihr Projekt für die Energiewende?

Dass wir Windräder eventuell nicht abschalten müssen und der überschüssige Grünstrom stattdessen in die Haushalte kommt und genutzt werden kann.

Was macht SINTEG für Sie aus? Und wie hat SINTEG Ihnen auf Ihrem Weg geholfen?

Ich finde es toll, dass der Bund Fördergelder für unsere Forschung bereitstellt.

Was wollen Sie mit Unterstützung der SINTEG-Förderung erreichen?

Gehör finden bei der Politik und versuchen, dass die Projektergebnisse weitere nötige Schritte, etwa in Bezug auf einen angepassten energierechtlichen Rahmen, möglich machen.