Interview

Herr Lüken, bitte beschreiben Sie das Projekt, an dem Sie arbeiten.

Lüken: enera@NETZ (das heißt enera bei EWE NETZ) beschäftigt sich mit der Fragestellung: Wie kann man die große Menge an erzeugtem Strom aus Erneuerbaren (vorwiegend Wind) transportieren und lokal nutzbar machen ohne dabei ineffizienten Netzausbau zu betreiben? Unser Ziel ist es, durch intelligente Konzepte, Lösungen und Steuerverfahren die Bestandsinfrastruktur noch besser auszunutzen.

Welchen wichtigen Beitrag leistet Ihr Projekt für die Energiewende?

Wir entwickeln intelligente Konzepte und einsatzfähige Lösungen sowie Steuerverfahren für den Netzbetrieb mithilfe derer versteckte Reserven, also Netzkapazitäten, nutzbar gemacht werden.

Was ist das Besondere an Ihrem Projekt und wie ist die Idee dazu entstanden?

Die Modellregion, in der bei enera „die Energiewende“ demonstriert wird, ist flächenmäßig relativ klein. In diesem kleinen Feldtestgebiet stehen wir aber vor den gleichen Herausforderungen der Energiewende wie Fachleute anderswo, sodass die relevanten Fragestellungen und vor allem lokale Besonderheiten sehr deutlich werden.  

Gibt es bereits erste wichtige Meilensteine oder Erfolge, die Sie erreicht haben?

Ja, wir haben den teilautomatisierten Netzbetrieb mithilfe eines Netzreglers in einer Laborumgebung vollumfänglich getestet und demonstriert. Der Netzregler befindet sich aktuell in der Integration in das Netz.

Was wollen Sie am Ende unbedingt erreicht haben?

Der Netzregler-Betrieb soll am Ende des Projekts funktionieren und so die Kolleginnen und Kollegen in der Netzleitstelle entlasten und unterstützen.

Wie erklären Sie auf einer Party, was Sie beruflich machen?

Ich versuche die Stromnetze fit zu machen, damit das regionale erneuerbare Großkraftwerk Nord-West-Deutschlands noch stärker zur Energiewende in Deutschland beiträgt!

Was begeistert Sie an Ihrem Job?

Die Arbeit an der Sicherstellung eines essenziellen Grundbedarfs, der Energieversorgung, welche immer komplexer wird.
Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, damit die Energiewende zum Erfolg wird?

Wir müssen einen Dialog mit dem Gesetzgeber und der Regulierungsbehörde führen bezüglich notwendiger Anpassungsbedarfe des rechtlich-regulatorischen Rahmens.

Was macht SINTEG für Sie aus? Und wie hat SINTEG Ihnen auf Ihrem Weg geholfen?

Die Demonstrationsprojekte bieten einen Rahmen zur Entwicklung von intelligenten, teils unkonventionellen Lösungen.