Herausforderungen der Energiewende

Die Modellregion erstreckt sich über die drei Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Hier leben nicht nur mehr als 22 Millionen Menschen − die Länder bilden „im Kleinen“ auch alle wesentlichen energiewirtschaftlichen Herausforderungen ab, die es im Rahmen der Energiewende vorzudenken gilt:

  • Nordrhein-Westfalen: Der Energieverbrauch ist höher als die Erzeugung

In den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr wird mehr Strom verbraucht als aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. Erneuerbare Erzeugung durch Windkraft- oder Solaranlagen findet sich eher in den ländlichen Regionen des Bundeslandes, insbesondere in den Höhenlagen des Sauer- und Siegerlandes. Vorteilhaft für die Bereitstellung von Flexibilitäten ist die gute Infrastruktur mit ihrem dichten Energienetz und den verschiedenen Industriebranchen, die als Verbraucher, Erzeuger oder Anbieter steuerbarer Lasten eingesetzt werden können.

  • Rheinland-Pfalz: Spitzenproduzent braucht Speicher

Weinberge und Schlösser statt Industrie: Rheinland-Pfalz ist überwiegend ländlich geprägt und für die Erzeugung von erneuerbaren Energien bestens geeignet. Hier wird mehr Energie aus Sonne, Wind und Biogas gewonnen, als vor Ort verbraucht wird. Um die überschüssige Energie zu nutzen, kann der Strom in andere Regionen transportiert oder vor Ort gespeichert werden.

  • Saarland: Speicher und Flexibilität gefordert

Trotz des Strukturwandels ist das Saarland auch heute noch ein begehrter Standort für energieintensive Unternehmen, wie zum Beispiel der Stahl- und Automobilindustrie. Zugleich ist das Saarland ländlich geprägt und damit ein guter Standort zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Perspektivisch wird es im Saarland ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Erzeugung und Verbrauch geben.

DESIGNETZ – Viele Puzzleteile zusammen ergeben die Lösung für eine reibungslose Energiewende

Es gibt eine ganze Reihe von Stellschrauben, die zum Gelingen der Energiewende beitragen können, die bis dato jedoch häufig isoliert betrachtet und erforscht werden. Im Rahmen von DESIGNETZ werden teils bestehende, teils noch aufzubauende Einzellösungen miteinander verknüpft und über Netzebenen und Regionen hinweg zu einem belastbaren Gesamtsystem zusammengefasst. Photovoltaik, Windenergie, KWK-Anlagen, Speichertechnologien, steuerbare Lasten und vor allem die Verknüpfung durch intelligente Verteilnetze sind wichtige Elemente von DESIGNETZ. Einspeisung und Verbrauch werden durch Nutzung von Flexibilität optimiert. So bleibt das Energiesystem bei wachsender Einspeisung von grünem Strom stabil.

Bei DESIGNETZ wird dabei vom Kleinen ins Große gedacht. Zunächst werden Energieflüsse aus dezentraler Erzeugung − aus erneuerbaren Energiequellen − im Niederspannungsnetz, also auf lokaler Ebene, ausgeglichen. Erst dann geht es weiter über die Mittelspannungsebene bis hin zur Hochspannungsebene.