„NEW“ steht für Norddeutsche Energiewende. „Dabei geht es – grob gesagt – darum, dass in Schleswig-Holstein deutlich mehr Strom, vor allem aus Windkraft, erzeugt als verbraucht wird, während es in Hamburg genau umgekehrt ist“, erklärt Dr. Irmhild Rogalla. Da Windenergie aber naturgemäß nicht gleichmäßig zur Verfügung stehe, sei es nicht gerade einfach, Erzeugung und Verbrauch auszugleichen. „Wind weht eben unterschiedlich stark, auch an der Nordsee.“

Im Schaufenster NEW 4.0 werden verschiedene Techniken erprobt, Energie zu speichern und zu steuern, vor allem wenn der Strom fließt. Dabei werden nicht nur Energieerzeugung und -einspeisung beeinflusst, sondern auch der Verbrauch soll „smart“ gesteuert werden – vorrangig bei Großverbrauchern, zum Beispiel in der Aluminiumproduktion oder in großen Kühllagern von Supermarktketten.

Das Wind Energy Technology Institut (WETI) erforscht für NEW 4.0 vor allem, welche Berufe und Fähigkeiten für ein intelligentes Energiesystem benötigt werden. „Wir haben die Beteiligten an NEW 4.0 gefragt, welche Aus- und Weiterbildungsbedarfe sie im Zusammenhang mit der Energiewende haben, und diese mit dem vorhandenen Angebot verglichen“, so Rogalla. Den größten Bedarf habe man im Bereich Digitalisierung/IT festgestellt – ganz allgemein oder zu Themen wie Smart Energy, IT-Sicherheit oder Internet of Things (IoT).

Im zweiten Schritt konzipiert Rogalla die Aus- und Weiterbildungsangebote, wie aktuell „Data Science, Künstliche Intelligenz & Co für die Energiewende“. Herausforderung: Der Kurs wendet sich an Teilnehmerinnen und Teilnehmer ohne Vorkenntnisse. Erstmals stattfinden soll er im Mai 2020 in Flensburg. Rogalla: „Ich bin sehr gespannt, wie es wird!“