Die Ausgangslage: Hohe Anteile erneuerbarer Energien

Es ist vor allem die Windkraft, die dem Nordosten Deutschlands traumhafte Quoten in der Erzeugung von erneuerbaren Energien beschert; Tendenz steigend. Doch in windstillen Nächten müssen Kohle- und Gaskraftwerke einspringen. An sonnigen, windreichen Tagen wiederum produzieren Wind- und Sonnenkraftwerke in manchen Regionen mehr als das Dreifache des regional benötigten Stroms. In den Übertragungs- und Verteilnetzen, die den erzeugten Strom über größere Entfernungen in die Städte und Fabriken transportieren, drohen dann Engpässe.

Das Ziel: Das Netz durch Flexibilitäten stabilisieren

Damit das Netz stabil bleibt, müssen jedoch Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sein. Das funktioniert durch:

  • Netzausbau,
  • Flexible Erzeuger,
  • Flexible Verbraucher und
  • Speichertechnologien,

WindNODE rückte die flexiblen Verbraucher in den Fokus: Gelingt es, den Stromverbrauch der Kunden bestmöglich auf die schwankende Erzeugung aus Wind und Sonne abzustimmen und Flexibilitäten auch am richtigen Ort zu aktivieren, lassen sich Netzüberlastungen vermeiden. Das Projekt hat deshalb Verbraucher aus der Industrie, dem Einzelhandel sowie Wohnquartiere eingebunden, die ihren Energiekonsum nach der erwarteten Stromproduktion ausrichten wollten. Perspektivisch muss sich die Bereitstellung von Flexibilität auch wirtschaftlich lohnen. Daher spielten bei WindNODE auch Fragen nach neuen Marktplätzen für Flexibilität und nach einem neuen Marktdesign eine große Rolle.

Neben der Identifizierung und Aktivierung von Flexibilitäten im klassischen Elektrizitätssektor arbeitete WindNODE auch an der Einbindung der Sektorkopplung (Power-to-Heat, Power-to-Cool, Elektromobilität) als Flexibilitätsoption und an der Untersuchung des informations- und kommunikationstechnischen sowie regulatorischen Rahmens.

Der Nutzer im Mittelpunkt

Am wichtigsten war bei alledem der Nutzer, dem das intelligente Energiesystem dienen soll. WindNODE machte eine Reihe von Angeboten zum „Anschauen und Mitmachen“ – beispielsweise

  • die „Energy Hackdays“, bei denen alle Interessierten auf Basis eines Open-Data-Portals an neuen digitalen Geschäftsmodellen tüfteln konnten,
  • die „WindNODE Challenge“, welche gezielt Start-ups und Kreative eingebunden hat, sowie
  • ganz neue Formate von „Strom zum Begreifen“ bis hin zu „Energie und Kunst“, um die Energiewende zu entdecken und mitzugestalten.

Wie all das funktioniert, konnten sich Interessierte mit eigenen Augen ansehen. WindNODE öffnete ihnen über 20 „besuchbare Orte“: Fabriken, Supermärkte und Wohnquartiere zeigten, wie man Produktion, Kühlung und Heizung an Wind und Sonne anpassen kann.